Die Leber der Pferde – Schaltstelle des Stoffwechsels

Das wichtigste Stoffwechselorgan unserer Pferde ist die Leber. marstall zeigt, an welchen Symptomen wir Leberprobleme bereits früh erkennen, welches Futter den Stoffwechsel und damit die Leber entlastet bzw. stärkt und wie wir die Regeneration im Akutfall unterstützen können.

Für Lebererkrankungen beim Menschen haben viele eine simple Erklärung parat: Alkohol schädigt das Organ und bei extremem Übergewicht bekommen wir eine Fettleber. Die Aufgaben und damit auch die Störfaktoren des zentralen Stoffwechselorgans von Mensch und Pferd sind jedoch bei Weitem vielfältiger. Die Todesfälle von Pferden nach dem Fressen von Jakobskreuzkraut haben uns Reiter wachgerüttelt. Schauen wir uns zuerst die wichtigsten Aufgaben der Leber an.

Die fünf wichtigsten Aufgaben der Leber

  • Produktion lebenswichtiger Proteine
  • Verwerten von Futterbestandteilen (z. B. Speicherung von Vitaminen)
  • Produktion von Galle
  • Abbau und Ausscheiden von Stoffwechselprodukten, Medikamenten und Giftstoffen
  • Abgeben oder Entfernen von Nährstoffen ins bzw. aus dem Blut

Leberfreundliches Futter

An den Aufgaben der Pferdeleber erkennen wir leicht: Eine gesunde Leber hängt in erster Linie davon ab, was wir unseren Pferden füttern. Bei leicht zu verstoffwechselnden Futterkomponenten wie Heu, hydrothermisch aufgeschlossenen Getreideflocken oder Vitalstoffen wie z. B. Bierhefe müssen nicht nur Magen und Darm weniger arbeiten, auch die Leber wird entlastet.

Bei Silage (enthält oft biogene Amine wie Histamin), ganzen Gersten- und Maiskörnern oder größeren Mengen Soja wird die Verdauung dagegen zum Kraftakt.

Besonders schwierig und damit belastend sind natürlich Giftstoffe – allen voran Schimmel in Heu und Stroh sowie Giftstoffe in Pflanzen wie dem Jakobskreuzkraut. Daher sollten wir besonders darauf achten, dass Raufutter frei von Schimmel und Giftpflanzen ist. Auch ein chronischer Vitamin-E-Mangel schädigt übrigens die Leber.

Erkennen wir erste Warnsignale wie plötzlich auftretende Stichelhaare und angelaufene Hinterbeine oder ist das Pferd auf einmal sehr schreckhaft, sollten wir hellhörig werden. Selbst wenn das Blutbild bereits Auffälligkeiten zeigt, unterstützen Heilpflanzen die Leber dabei, sich möglichst gut zu regenerieren.

Fütterung bei erhöhten Leberwerten

Liegt eine Schädigung der Leber vor, sollte die Tagesration auf viele kleine Portionen verteilt gefüttert werden. Das verhindert, dass Eiweißabbauprodukte die Leber stoßweise „überfluten“. Leicht verdauliche Kohlenhydrate, wenig Fett und eine auf das notwendige Maß reduzierte, dünndarmverdauliche Eiweißmenge sind dann geboten.

Als Grundfutter kann man neben spät geschnittenem Heu zusätzlich Mash mit Leinsamen (da darin viele ungesättigte Omega-3-Fettsäuren enthalten sind) und bei Bedarf aufgeschlossene Getreideflocken (bei Leberpatienten vor allem Maisflocken) verabreichen.

Dabei sollte das Pferd keinen Energiemangel leiden, sonst aktiviert es Proteine aus der Muskulatur. Dadurch würde die Leber zusätzlich extrem belastet. Kontraproduktiv sind auch die Zufuhr von schwer verdaulicher Stärke und Silage, die oft biogene Amine wie Histamin enthält, sowie eine übertriebene/unbedachte Fütterung an Zusatzfuttermitteln.

Die Ration sollte ergänzt werden durch Mineralstoffe – für Leberpatienten sind Vitamin E, Selen und Zink besonders wichtig. Auch Bierhefe trägt mit ihren vielen schwefelhaltigen Aminosäuren zur Regeneration bei. Melassierte Rübenschnitzel dürfen die Pferde bei Bedarf auch fressen (100 g Trockengewicht / 100 kg KG).

Des Weiteren haben sich die folgenden Kräuter bei Leberproblemen bewährt:

  • Mariendistel
    Die Mariendistel ist die wichtigste und wohl bekannteste Heilpflanze, die bei Leberproblemen eingesetzt wird. Neben ihrem Hauptwirkstoff Silymarin wirken weitere Inhaltsstoffe wie ungesättigte Fettsäuren u. a. schützend, zellregenerierend und entzündungshemmend.
  • Artischockenblätter
    Sie enthalten den Bitterstoff Cynarin, der den Stoffwechsel anregt. Auch die meisten anderen Bitter- und Gerbstoffkräuter wirken positiv auf den Stoffwechsel.
  • Brennnessel
    Die Brennnessel wirkt u. a. harntreibend und antibakteriell. Sie fördert das Ausscheiden von Giftstoffen und entlastet die Leber.
  • Löwenzahn
    Im Garten gilt er oft als Unkraut, doch der Löwenzahn hat eine reinigende Wirkung. Er hilft, die Leber zu entgiften, indem er die Produktion von Gallenflüssigkeit anregt. Gleichzeitig trägt er dazu bei, die Hydration und das Elektrolytgleichgewicht wieder herzustellen.
  • Wegwartenwurzel
    Die Inhaltsstoffe der Wegwarte fördern die Produktion von Verdauungssäften und schützen die Leber, indem sie die Fettverdauung unterstützen.

Das Müsli marstall Optimal‘ haben wir speziell auf die Schonung der Leber zugeschnitten. Die Kräutermischung besteht u. a. aus Mariendistel, Brennnessel und Löwenzahn. Die Getreideflocken sind hydrothermisch aufgeschlossen, sodass die Stärke leicht verdaulich ist. Dank des hohen Vitamingehalts (z. B. an Vitamin E) und der reichlich enthaltenen, organisch gebundenen Spurenelemente wie Zink, Mangan und Kupfer ist ‚marstall Optimal‘ ein Müslikonzentrat, das schon in sehr kleinen Mengen den täglichen Bedarf deckt. Durch die geringe Tagesmenge wird die Leber zusätzlich entlastet. Das Pferdemüsli kann deshalb auch vorbeugend gefüttert werden.

Beispielrationen bei erhöhten Leberwerten finden Sie hier.

Wie erkennen wir Störungen der Pferdeleber frühzeitig?

Da die Leber hervorragende Fähigkeiten besitzt, Missstände zu kompensieren und sich zu regenerieren, werden Störungen erst im Blutbild sichtbar, wenn sie bereits fortgeschritten sind. Frühe Warnsignale für einen Leberschaden können sein:

  • plötzlich auftretende Stichelhaar
  • senkrechte Streifen am Rumpf im Fell
  • Königstaler
  • Rappen, die braun werden bzw. braunrote Spitzen an eigentlich schwarzer Mähne und Schweif
  • Gallen
  • wiederkehrende Sehnen- und Bänderprobleme ohne Verletzungen
  • angelaufene Hinterbeine
  • schreckhaftes und cholerisches Verhalten
  • Appetitmangel, Gewichtsverlust oder schlechte Gewichtszunahme
  • Leistungsabfall oder schlechter Konditionsaufbau
  • Lethargie, häufiges Gähnen, Flehmen (Magengeschwür abklären)
  • aufgezogenes Abdomen
  • leichte Koliken, veränderte Kotkonsistenz

Viele dieser Warnsignale können allerdings auch auf andere Erkrankungen hinweisen. Deshalb sollte man sich stets ein Gesamtbild vom Zustand seines Pferdes machen und einen Tierarzt zurate ziehen.

Bei Fragen rund um die Pferdefütterung allgemein oder speziell zum Thema Magen/Darm/Verdauung erreichen Sie unsere kostenlose Futterberatung montags bis freitags von 7 bis 17 Uhr unter der Telefonnummer +49 - 83 86 - 93 33-15 oder per Mail an info@marstall.eu.

Diese Informationen ersetzen in keinem Fall den Rat eines Tierarztes oder dessen Behandlung.

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